Sylvia Necker

(urban) researcher ::: curator ::: historian ::: sound artist ::: 

nottingham (GB) ::: frankfurt/main (DE) ::: hamburg (DE) :::

zeit- und architekturhistorikerin ::: klangwerkerin ::: ausstellungsmacherin :::

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Autobahnraststätten in der frühen BRD

Sylvia Necker: Fahren und Rasten. Autobahnraststätten in der frühen Bundesrepublik, in: Richtig in Fahrt kommen. Automobilisierung nach 1945 in der Bundesrepublik Deutschland (im Rahmen der Ausstellung „Richtig in Fahrt kommen“ im Industriemuseum Osnabrück), hrsg. v. Rolf Spilker, Bramsche 2012, S. 250-261.

2012_RichtigInFahrtKommen-Ausstellung

Zur Ausstellung: Richtig in Fahrt kommen. Automobilisierung nach 1945 in der Bundesrepublik Deutschland, Museum Indusktriekultur Osnabrück, 13.05.2012 – 30.09.2012

„Wer den Tod nicht scheut, fährt Lloyd“ hieß es in den 1950er Jahren, wenn es darum ging, diejenigen aufzuziehen, die mit ihrem Lloyd LP 300 über die noch nicht sonderlich belebten deutschen Straßen rollten. Der Lloyd war damals einer der meistgekauften Kleinwagen, spartanisch ausgestattet und mit einer Karosserie versehen, die aus mit Kunstleder beklebtem Sperrholz bestand. Doch wer ihn fuhr, hatte ein Dach über dem Kopf und konnte sich stolz Autobesitzer nennen. In der Regel blieb es auch nicht bei dem bescheidenen Einsteigermodell, es folgte die Anschaffung eines größeren Autos, mit dem der deutsche Wirtschaftswunderbürger dann richtig in Fahrt kam.

Wie die Deutschen nach dem völligen Zusammenbruch 1945 mit den Jahren zu einem Volk von Automobilisten wurden, warum der Lloyd – und insbesondere der VW Käfer – zu Symbolen dieser Zeit avancierten, das zeigt die Ausstellung anhand zahlreicher Themen und interessanter Exponate. Die Anfänge in der Kraftfahrzeugproduktion unter der Regie der alliierten Besatzung werden ebenso thematisiert wie die frühen Automobilausstellungen und die Anstrengungen, die einige Tüftler unternahmen, um „fahrbare Untersätze“ auf den Markt zu bringen. Vom „Tempo“ Dreirad wird die Rede sein, von der Architektur der Tankstellen und den frühen Reisen nach Italien. „DKW ist wieder da!“, heißt es euphorisch in einem Werbefilm von denen einige vorgeführt werden. Darüber hinaus können die Besucher selbstverständlich alle Fahrzeuge in der Ausstellung bestaunen.

Rezension zur Ausstellung und zum Katalog: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/id=161&type=rezausstellungen

Photo: Tankstelle Hamburg-Stillhorn, Architekt Georg Wellhausen, 1950er Jahre (Photographin: Ursula Becker-Mosbach, Rechte: Hamburgisches Architekturarchiv, Nachlass Wellhausen)