Sylvia Necker

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Nachkriegsmoderne Hamburgs im Kontext

BAUVISITE „Die Nachkriegsmoderne im städtebaulichen Kontext: City-Hochhäuser, Spiegel-Hochhaus und Hamburg-Süd-Gebäude“. Rundgang von und mit Sylvia Necker für die Freunde der Kunsthalle Hamburg, August 2013

Alle sind sich mal wieder einig: Die Dinger müssen weg! Gemeint sind die City-Hochhäuser am Klosterwall. Viele empfinden sie als „Schandfleck“, „Bild“ träumt schon von der Abrissbirne, und auch die Politik ist nicht gerade zimperlich. Da nützt offenbar auch die Tatsache nichts, dass das exzeptionelle Ensemble denkmalgeschützt ist – oder haben sich die Bestandswahrer schlicht geirrt? Die architektonische Nachkriegsmoderne hat es heutzutage schwer. Vielleicht deshalb, weil sie die furchtbaren Lücken, die der Krieg gerissen hat, füllte und damit irgendwie noch immer an die Zerstörung erinnert. Vielleicht aber auch deshalb, weil die ästhetischen und sozialen Überlegungen, an denen sie sich orientierte, an ihrem äußeren Erscheinungsbild nicht so recht ablesbar scheinen. Sie ist uns unverständlich geworden.

Das wollen wir ändern. In unserem Rundgang mit der Architekturhistorikerin Sylvia Necker, Mitglied des Denkmalrats der Freien und Hansestadt Hamburg, widmen wir uns der Nachkriegsmoderne in Hamburg, und zwar in jenem Gebiet, in dem die ungeliebten City-Hochhäuser eine städtebaulich herausragende Rolle spielen: zwischen Innenstadt, HafenCity, Kontorhausviertel und Ost-West-Straße (heute: Willy-Brandt-Straße). Denn obwohl sich die Bauten mit ihrem grauen Erscheinungsbild heute so abweisend geben, ist das Ensemble dennoch geschickt platziert: Es schafft zum einen die Verbindung zwischen Hauptbahnhof, Deichtorhallen und Kontorhausviertel, zum anderen leitet es in gestaffelter Form vom östlichen Teil der Innenstadt bis zur HafenCity. Neben der Entwurfs-, Nutzungs- und Rezeptionsgeschichte der City-Hochhäuser wollen wir in der ehemaligen Ost-West-Straße weitere Inkunabeln der Nachkriegsmoderne entdecken wie das Spiegel- und IBM-Hochhaus von Werner Kallmorgen und das Hamburg-Süd-Gebäude von Cäsar Pinnau.