Sylvia Necker

zeithistorikerin ::: architekturhistorikerin ::: klangwerkerin ::: ausstellungsmacherin :::
hamburg ::: frankfurt/m ::: münchen

stadt ::: raum ::: architektur ::: forschung ::: klang ::: material ::: geräusch :::

Close

Passagen in Hamburg, 28.10.2017

Einkaufen bis der Arzt kommt. Hamburger Passagen
Ein Rundgang für die Freude der Kunsthalle von und mit Sylvia Necker

Als Vorläufer des Kaufhauses entwickelten sich schon in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts erste Einkaufspassagen. Das Modell „Einkaufen unter Überdachung“ setzte sich in europäischen Metropolen wie London, Paris und Berlin schnell durch. Das Warenhaus, die Fußgängerzone, das Einkaufszentrum und die Mall sind weitere Spielarten dieser Idee, die sich im 20. Jahrhundert verbreiteten. 

Hamburg gilt als die Stadt der Passagen. Rund ein Fünftel der gesamten Verkaufsfläche ist überdacht – und das ist nicht nur dem Wetter geschuldet. Denn Passagen bieten eine wunderbare Mischung aus Einkaufen, Essen und Freizeitgestaltung. In Hamburg erleben sie seit den achtziger Jahren ein Revival. Startschuss war damals das Hanseviertel, das einen regelrechten Passagenboom auslöste. In den Passagen kann man Geschäft zu Geschäft flanieren und zwischendurch verweilen, ohne das Gefühl zu haben, mit einer schier unüberschaubaren Masse konfrontiert zu werden wie im klassischen Kaufhaus. Die Passage hilft beim Sortieren: kleinere Einheiten sind leichter konsumierbar. Und sie verspricht vor allem Individualität: inhabergeführte Läden und stilbewusste Kunden treffen sich in einer gemeinsamen Kultur des guten Geschmacks.

In unserem Rundgang geht es um die Erkundung dieses öffentlichen Raumes, der ganz spezifisch kodiert ist. Wir beginnen mit dem Shopping-Center Hamburger Meile an der Hamburger Straße, das 1970 eröffnet wurde und damals als das größte innerstädtische Einkaufszentrum Deutschlands galt. Danach geht es in die Innenstadt, wo mit dem Hanseviertel, dem Levantehaus, der Europa-Passage und vielen anderen ein regelrechtes Passagenviertel entstanden ist. Dabei begleiten uns städtebauliche, wirtschaftliche und werbliche Fragestellungen ebenso wie die nach einer bestimmten Bautypologie.

28. Oktober 2017, 10-14 Uhr, Klassische Freunde der Kunsthalle
28. Oktober 2017, 15-19 Uhr, Freunde der Kunsthalle Advanced

 

 

Bild oben links: Einkaufszentrum an der Hamburger Straße, Bildquelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/12/EKZ_Hamburger_Straße_003.jpg / Public Domain